Von Oberwil nach Mülital - Buchegg

Tourendetails

Von Oberwil–Grabenöli–Gächliwil–Hessigkofen–Mülital–Buchegg

Ausgangsort: Oberwil bei Büren (Bus)
Zielort: Buchegg (Postauto)

Dauer der Wanderung: 31/2 Std
Schwierigkeitsgrad: leicht

Sehenswürdigkeiten:
Käserei, Oberwil
Ölmühle Grabenöli, Lüterswil
Schloss Buchegg

Übernachtungsmöglichkeiten

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Beschreibung Wanderroute

Mit dem Bus bis Oberwil, Dorf (491 m).
Das weisse Gebäude der Käserei liegt nur ein paar Schritte entfernt in Sichtweite. Nach dem Besuch gehen wir etwa 20 m retour und zweigen rechts ab Richtung Schloss Buchegg, Lüterswil. Nach kurzer Zeit überqueren wir den Mülibach. Rechts geht es weiter, vorbei an der Sagi Oberwil Richtung Grabenöli, durch den Wald und entlang des Mülibachs. Unterwegs kommt man an einem lauschigen Grillplatz vorbei.
Nach der Grabenöli geht es in gleicher Richtung noch etwa 50 m weiter, vorbei am Kantonsgrenzstein, und dann links den Waldpfad (Ferdinand-Mollet-Weg) hinauf.
Auf der Höhe angekommen, wenden wir uns auf dem schmalen Pfad nach rechts und bei der nächsten Verzweigung wieder nach links und kommen so auf eine Forststrasse, auf die wir gegen rechts einspuren.
Bei der nächsten Verzweigung kurz links und bei der gleich folgenden Kreuzung (P. 574) wieder rechts gehen. Wir folgen dem Weg ostwärts bis zur Hauptstrasse ausserhalb des Waldes. Auf dieser links abzweigen Richtung Gächliwil bis zur Marien-Kapelle und dort rechts auf den Husmattweg abzweigen. Dann wiederum links einige Schritte bis zur nächsten Hauptstrasse. Diese überqueren und wieder auf dem Weg weiter bis zur nächsten Hauptstrasse. Dort trifft man erstmals auf die Markierungen der Solothurner Waldwanderung.
Bis Buchegg kann diesen gefolgt werden. Am Ausgang des Mülitals (500 m) weist ein Wegweiser auf einen kurzen Abstecher zu einem Quellaufstoss. Danach geht es wieder zurück auf die Route und weiter bis zum Schloss Buchegg (530 m).

Charakter der Wanderung

Einfache, lange Wanderung entlang des Bucheggbergs. Wald und Wiesen wechseln sich ab. Immer wieder schöner Ausblick zur Jurahöhe und zum Weissenstein. Kaum Höhendifferenzen. Die vierhundertjährige Grabenöli bei Lüterswil ist eindrücklich und ein Besuch sehr empfehlenswert (Öffnungszeiten beachten, nur an zwei Wochenenden im Monat geöffnet).

Wanderkarte

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Der farbige Rahmige vom Buechibärg

Oberwil bei Büren ist nicht gerade eine Ortschaft, die man blind auf der Karte findet. Und hat man sie gefunden, sieht man vor lauter Kantonsgrenzen die Karte nicht mehr. Auf welcher Seite der Grenze ist nun Bern, und was gehört zu Solothurn, und ist das überhaupt wichtig? «In Art und Wesen sind wir Buechibärger», meint Jakob Beer. Und daran besteht, spätestens am Abend auf der Heimreise, kein Zweifel mehr. Der Bucheggberg prägt die Gegend rund um Büren. Er umfasst Teile beider Kantone und markiert die Grenze zwischen dem Aare- und dem Limpachtal. Sein Erscheinungsbild ist zwar bescheiden, doch die Menschen hier sind fortschrittlich, «gmögig» und selbstbewusst.

Vater Beer hat 1969 die Käserei in Oberwil übernommen. 1991 hat Sohn Köbu mit seiner Frau Ruth die Nachfolge angetreten. Mit den Jahren bekam in der Landwirtschaft der Trend hin zu Bio einen immer grösseren Stellenwert. Und dieser Trend machte auch in Oberwil nicht halt. Das hat in der Käsereigenossenschaft zu Fragen geführt.
Die grosse bauliche Belastung und die Angst, Milchlieferanten zu verlieren, nagten in den Köpfen. Als die ersten drei Bauern in Oberwil auf Bio umstellten, fasste Köbu Mut und begann, zunächst in kleinen Mengen, Biokäse herzustellen. Noch immer arbeitet Köbu mit den gleichen drei Biobauern zusammen. Alle drei heissen mit Nachnamen Otti, und alle drei haben ihr Zuhause in Sichtweite der Käserei. Und weil wir eben da sind, wo wir sind, bleibt es bei den Ottis nicht bei einer herkömmlichen Landwirtschaft. Der eine verkauft seine hofeigenen Glaces, der zweite baut Gemüse an für den Direktverkauf, und der dritte betreibt eine Getreidemühle und bietet gemütliche Kutschenfahrten durch den sanften Hügelzug an.

Mittlerweile produziert Jakob dreizehn freie Sorten Biokäse in kleinen Mengen. Als klassischer Emmentalerbetrieb ist der Emmentaler aber nach wie vor das wichtigste Produkt. Bis zu zwei Tonnen Käse gehen jährlich in diesen Kanal. Die sechzehn konventionellen und die drei Biomilch-Lieferanten pflegen ein gutes Einvernehmen. Und das ist wichtig. Jakob Beer hat ein grosses Einzugsgebiet für seinen Emmentaler.
Im Nachbarkanton Solothurn gibt es keinen einzigen Emmentaler-Produzenten. «1995 gab es in der Schweiz noch siebenhundert Emmentaler-Käsereien. Heute sind es noch hundertvierzig. Das einstige Gold unter den Käsen will heute niemand mehr.» Aber für Jakob scheint das kein grosses Problem zu sein. Er hat seine Antwort darauf gefunden, indem er im Nebenraum ein zweites Kessi aufgestellt hat, klein und fein, und dort mit der Milch der Ottis seine Kreativität auslebt. Während sein Mitarbeiter Adrian Furrer sich dem Emmentaler hingibt, schöpft Köbu Beer nebenan mit einem Milchkrug das grobe Korn für das «Blaue Wunder» in die Formen ab. Der Käse war ursprünglich für die wachsende Bio-Fangemeinde gedacht

Qeullenagabe: Chäswandern (AT Verlag)